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o.T. Boy
Andauernd bricht die Zeit über mich herein. Ich taumel rückwärts, um Erinnerungsfetzen zu bergen, Angst fernhalten, die ruhige Oberfläche unter der es brodelt, aufsteigende Fluten unterdrücken. Ist es nicht seltsam, dass wir nicht wissen, wer wir sind? Ich meine, wir wissen so wenig über uns, es ist entsetzlich. Wir erzählen uns selbst eine Geschichte und glauben immer weiter daran, und dann stellt sich heraus, dass es ist die falsche Geschichte ist, was bedeutet, wir haben das falsche Leben gelebt. Auslöschen, reduzieren, wegnehmen, sichtbar machen, klar werden, tief atmen. Was bleibt übrig? Verlorenheit, Banalität, Ironie und - ein Schulterzucken. In der Erinnerung bin ich zehn. Wie dieser Junge. Es muss ein Junge sein. Bin ich zehn? Vielleicht bin ich elf. Eigentlich kann ich zehn oder elf nicht mehr nachfühlen - oder? Doch. Ich bin in dieser Erinnerung. Sonne über dem Meer. Ich bin nervös, modriger Eisengeruch der Rinde am Messer. Leuchtende Lavendeltönung des Abendhimmels, als wäre das Wasser mit einer Haut aus hellila Licht überzogen. Was mache ich hier? Wirbel des Erinnerns, ich ziehe den Atem ein, der plötzliche Schmerz. Das ist es, was wir nie sehen, weil wir drin sind, nicht draußen, und die meisten von uns können sich an gewohnheitsmäßige Abläufe nicht erinnern, außer als an eine verschwommene Routine.
o.T. Boy